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Bahnhof Nordstemmen
Die DB versucht seit Jahren
das Gebäude zu veräußern. Durch die Insellage ist dies jedoch bis heute
nicht gelungen und wird höchstwahrscheinlich auch in Zukunft nicht gelingen.
In der Gegenwart präsentiert sich der Bahnhof Nordstemmen in einem
bemitleidenswerten Zustand. Dafür gibt es mehrere Gründe:
- Der Bahnhof erfährt durch die DB keine ausreichende Nutzung,
d. h. die DB benötigt das Gebäude nicht mehr. Der Bahnhof ist im
DB-Fachjargon ein „Haltepunkt“. Dieser besteht in der Regel aus einem
Fahrkartenautomaten, sowie einem Unterstand. Aufgrund der geringen
Fahrgastanzahl (ca. 1000 pro Tag), hat der Bahnhof auch keinen weiteren
Anspruch auf mehr.
- Durch die Verwaisung des Gebäudes kommt es zu regelmäßigem Vandalismus,
sowie Graffiti-Besprühungen.
- Durch Undichtigkeiten im Dach kommt es bei Regen immer wieder zu
Wassereinbruch.
2001 brannte es im Gebäude, die Löscharbeiten brachten ebenfalls große
Mengen an Wasser
ins Gebäude. Dies alles begünstigte den Hausschwamm, der zunehmend die
gesamte Holzstruktur zerstört. Sämtliche Decken,
Treppen, Dachstuhl sind aus Holz.
Dieser Zustand hält schon seit Jahrzehnten an!
Es ist bereits 5 vor 12 für dieses Gebäude!
Helfen Sie uns!
Der Kultur- und Heimatverein
kämpft für die Rettung und Renovierung des Bahnhofes.
Wir möchten, dass dieses kulturhistorisches Bauwerk von Conrad Wilhelm Hase
erhalten bleibt.
Unterstützen Sie unsere Arbeit!
Werden Sie Mitglied in unserem Verein oder engagieren Sie sich beim
PIXELBAHNHOF
Wir brauchen jeden Menschen, um unseren Forderungen, Ausdruck zu verleihen.
Historie:
Der Bahnhof Nordstemmen wurde
1853/54 erbaut.
Es handelt sich hierbei um ein Gebäude im Rundbogenstil. Verbaut wurde
sichtbarer gelber und roter Ziegel, Sandstein, Holz und gusseiserne Säulen
Die Grundfläche beträgt 65 x 16 m. Der umbaute Raum beläuft sich auf 12000
m³.
Die Architekten waren Conrad
Wilhelm Hase(1818-1902) und Julius Rasch(1830-1887. Gemeinsam mit ihrem
Vorgesetzten Adolph Funk, wurden eine Vielzahl an Bahnhöfen, wie Elze,
Göttingen, Leer, Papenburg, Sarstedt und Nordstemmen, geplant und
ausgeführt.
Hase erhielt 1857 den
Auftrag die königliche Marienburg im mittelalterlichen Stil zu
entwerfen. 1858-1864 wurde der Bau ausgeführt.
Der Bahnhof Nordstemmen
wurde als Trennungsbahnhof konzipiert. Diese Bahnhofsform, die man
noch 1861 als optimalste Form bezeichnete, bedeutete eine Insellage.
Der Vorteil lag dabei, dass das „Rangieren“ von Reisegepäck,
Reisenden, sowie Eilgut, zwischen den verschiedenen Zügen, vor sich
gehen konnte, ohne die Gleise überqueren zu müssen. Nordstemmen war
der Abzweigpunkt zweier Strecken: Göttingen-Hannover und
Göttingen-Hildesheim, Lehrte, Braunschweig.
1860 wurde das
Nordstemmer Bahnhofsgebäude erstmals umgebaut. König Georg V. bekam
3 königliche Zimmer, da die Marienburg zum Lebensmittelpunkt der
königlichen Familie gehörte. Diese Räumlichkeiten wurden in der
ehemaligen Post- und Packkammer eingerichtet. (Siehe Plan oben,
blaue Markierung)
1865/66 wurden die
gusseisernen Stützen der Längsseiten entfernt, da sie sich als
unpraktisch erwiesen. An den Stirnseiten stehen sie bis heute.
1866 erklärt Preußen dem
Königreich Hannover den Krieg; König Georg V. und der Kronprinz
fliehen ins Exil. Im Jahr 1867 tritt auch Königin Marie vom
Nordstemmer Bahnhof ihre Reise nach Wien an.
Als man die
Klassenunterscheidung in Bahnhofsgebäuden aufhob(vermutlich Mitte
20. Jhd), wurde der Wartesaal 1. und 2. Klasse zur Gaststätte
umgebaut. Es entstanden zusätzlich zwei neue Eingänge an den Seiten,
die einen Durchgang bildeten.
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